Ausgabe Nr. 5 September/Oktober 2019


„Der Mensch ist, was er isst.“ Dieses Wortspiel des Philosophen (!) Ludwig Feuerbach (1804-1872) mag stimmen, zumindest in der simplen Hinsicht, dass der Körper sich mithilfe der Nahrung ständig erneuert.

Schon vor mehr als zehn Jahren hat GPSP berichtet, dass Zolpidem und verwandte Arzneistoffe wie Zopiclon, also die sogenannten Z-Substanzen, ganz unerwartete Nebenwirkungen haben können (GPSP 4/2007, S. 9). Diese Schlafmittel wirken nicht nur beruhigend auf das Nervensystem, sondern fördern bei manchen Menschen unerklärliche Verhaltensweisen – wie nächtliches Essen vor dem Kühlschrank, ohne dass man sich am Morgen daran erinnern kann.

Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als sogenanntes Screening – also ohne dass irgendwelche Beschwerden vorliegen – ist ein häufig verkauftes „IGeL“-Angebot. Frauen müssen es aus eigener Tasche bezahlen. Es gibt bisher jedoch keine zuverlässigen Hinweise, dass sich damit Eierstockkrebs generell früher erkennen und erfolgreicher behandeln lässt. Warum fordert eine medizinische Fachgesellschaft dann, dass Krankenkassen die Untersuchung künftig bezahlen sollen?

MMS (Miracle Mineral Supplement) bleibt ein für Menschen gefährliches Bleichmittel und darf in hohen Dosen nicht zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. GPSP warnte zuletzt unter dem Titel „Keine Wunderdroge, sondern Gift“.

2015 warnte GPSP vor der Übertragung von fremdem Stuhl in eigener Regie – „Anleitun­gen“ dafür kursieren im Inter­net. Damals schrieben wir: „Ob­wohl langfristige (negative) Auswirkungen noch nicht bekannt sind, werden in Kliniken schon – teilweise unkontrolliert – Stuhltransplantationen vorgenommen.“ 

Wir haben wiederholt über falsche Versprechen im Zusammenhang mit Vitamin D berichtet. Jetzt bestätigt eine gut gemachte systematische Auswertung aller relevanten Studien, dass Vitamin D nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

Immer mehr Frauen nutzen Apps, um Daten zu ihrem Zyklus zu verwalten oder Hinweise auf ihre fruchtbaren Tage zu bekommen. Sich blindlings auf die angezeigten Informationen zu verlassen, kann jedoch weitreichende Folgen haben.

Werdende Mütter möchten gerne alles richtig machen. Da hakt sich die Werbung gerne „hilfreich“ ein und dehnt die Grenzen des Erlaubten ziemlich weit. Wie das geht, illustriert das Beispiel eines eisenhaltigen Mittels.

Ersetzen Gesundheits- und Medizin-Apps auf dem Smartphone demnächst den Arztbesuch? Das suggerieren Slogans wie „Medizin für die Hosentasche“ oder „Deine Gesundheit in deinen Händen“. Doch wie gut sind diese Apps eigentlich? Können sie auch schaden? Und was passiert mit meinen persönlichen Daten? Wird das alles überhaupt überprüft? Um diese Fragen geht es im dritten Teil unserer Serie.

Es ist nur eine Frage der Zeit, dann werden sicher noch mehr Menschen via Smartphone oder Smartwatch ihre Körperfunktionen ständig im Auge haben und etwa den Herzrhythmus auf eigene Faust kontrollieren (wollen). Wohin das führt, hat der Apple-Konzern auf der diesjährigen Jahrestagung der US-Kardiologen (ACC) vorgeführt:

Bei der Hitze, die auch in diesem Sommer viele Menschen plagt, fragen sich viele: Was und wieviel soll ich trinken? Über das wie viel haben wir bereits berichtet, und auch einige Anmerkungen über die passenden Getränke finden Sie dort. Doch über eine aktuelle Auswertung der Stiftung Warentest zu Wasser in Flaschen möchten wir an dieser Stelle unbedingt berichten. Es geht um einen Test mit 32 „stillen“ Mineralwässern.

Jedes Arzneimittel hat auch unerwünschte Wirkungen. Bei den SSRI/SNRI-Antidepressiva wurden die Auswirkungen auf die Sexualität lange Zeit wenig beachtet, aber sie sind bekannt: verminderte Libido und Orgasmusstörungen bei Männern und Frauen sowie Ejakulationsstörungen und Impotenz als Folge der Medikamenteneinnahme.

Bei einer Herzschwäche – auch Herzinsuffizienz genannt – ist eine konsequente medikamentöse Therapie unerlässlich. Seit 2015 ist ein neues Kombinationspräparat am Markt, das der Hersteller mit viel Aufwand bewirbt. Doch die wissenschaftlichen Belege für die Vorteile des teuren Medikaments sind eher mager (GPSP 4/2016, S. 12), daran ändert auch eine neue Studie nichts. Nun zielt das Marketing auf die Gefühle der Verschreiber. Wir zeigen Ihnen, wie das läuft, und erklären, wem Entresto® eventuell Vorteile bringen kann und wem nicht.

Jeder möchte gesund sein und lange leben. Eine Möglichkeit scheint zu sein, sich vorteilhaft zu ernähren. Aber was wissen wir eigentlich über gesunde Ernährung und wie sicher ist dieses Wissen? Dazu haben wir John Ioannidis befragt, der seit Langem erforscht, wie Studien angelegt und durchgeführt werden und was man dabei alles falsch machen kann.

Wenn Studien den Nutzen von Medikamenten testen, können dabei sehr unterschiedliche Dinge geprüft werden. Allerdings sagen nicht alle dieser gemessenen Endpunkte auch tatsächlich etwas darüber aus, ob es den Kranken hinterher auch besser geht.

Die Erkenntnis, dass das Blut im Körper zirkuliert, ist erst rund 350 Jahre alt. Vorher glaubte man, dass die Leber ständig neues Blut produziert, das dann im Gewebe versickert. Bei der Entdeckung des Blutkreislaufs im frühen 17. Jahrhundert spielte der englische Arzt und Wissenschaftler William Harvey eine wichtige Rolle.

Ich beziehe seit mehreren Jahren Ihre Zeitschrift „Gute Pillen – schlechte Pillen“, und ich möchte nun das Abonnement zum 1.1.2020 kündigen. (…) Nebenbei bemerkt: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht – da ist es mir egal, ob es ein Placeboeffekt ist oder nicht. Hauptsache, es nützt mir. Das homöopathische Produkt „xxx“1 hat mich von meinem quälenden, 14 Monate anhaltenden Husten befreit. Alle Allopathika nützten nix, außer dem Hammer mit Codein, was auf Dauer nicht so gesund ist.

„Globaler Handel braucht globale Vernetzung der Überwachung“, so informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über eine gemeinsame Konferenz mit der EU-Kommission in Berlin. Es ging um den Online-Handel mit Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmittel gehören dazu.

Mächtig stolz ist der Verband der forschenden Arzneimittelunternehmen (VFA) auf die hohe Zahl von 38 Biologika, also gentechnisch hergestellten Medikamenten,1 die 2018 zugelassen wurden.2 Den Herstellern bringt das gute Umsätze – aber nützt es auch Patientinnen und Patienten? Ein genauer Blick auf die VFA-Liste (unten) zeigt kein so vorteilhaftes Bild.

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