Placebo

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Viele Menschen versuchen, ihre Beschwerden mit vermeintlich „sanften“ Mitteln zu kurieren. Das kann schiefgehen, wie eine spanische Studie zu Knieproblemen zeigt.

In Australien hat die staatliche Organisation NHMRC, die medizinische Forschung fördert und Therapieempfehlungen formuliert, die Wirksamkeit der Homöopathie bewertet. Dazu wurden 57 systematische Übersichtsarbeiten zu 68 verschiedenen Krankheitssymptomen herangezogen.

„Das Unternehmen Dr. Willmar Schwabe hat in den über 140 Jahren seines Bestehens eine weltweit führende Position in der Entwicklung und Herstellung pflanzlicher Arzneimittel (Phytopharmaka) erreicht“, so heißt es auf der Firmenhomepage.1 Und wer eine solche Position hat, der möchte natürlich auch wissen, was den Verkaufserfolg ausmacht – und wie man ihn noch aufpeppen kann. Zumal, und ganz unter uns, die Studienergebnisse zu dem ein oder anderen Schwabe-Produkt nicht unbedingt überzeugend sind2 – die Mittel sich aber trotzdem prima verkaufen.

Placebos wirken, weil, ja weil der Mensch an die Pille und die Hand, die sie ihm reicht, nur zu gerne glaubt. Irgendwie hat das auch was mit Konditionierung zu tun1 – drum können der Medizinmann, der die Hühnerknochen befragt, oder die Wahrsagerin, die die Gestirne liest, für Kranke von Nutzen sein. Irgendwie.

Der Glaube versetzt Berge: Eine Tablette kann selbst dann wirken, wenn sie keinen Wirkstoff enthält.

Für viele Arzneimittelstudien werden wirkstofffreie Placebos benötigt, um festzustellen wie gut ein Medikament tatsächlich wirkt und welche unerwünschten Wirkungen es im Vergleich zu einer Scheinbehandlung auslöst.

In einer Gesellschaft, in der es üblich ist, bei allen möglichen Beschwerden zum Medikament zu greifen, ist es nur konsequent, dass man eine Pille auch dann einsetzt, wenn sie eindeutig überflüssig ist – weil nämlich in der Arznei gar kein Wirkstoff steckt – und Zuwendung und Ruhe bereits helfen würden.

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass teure Arzneimittel besser sind als billige. Es ist schwierig, mit diesem Irrglauben aufzuräumen. Denn wenn man glaubt, dass ein Arzneimittel gut wirkt, dann wirkt es manchmal auch gut. Jedenfalls lindert es die Beschwerden besser als ein Arzneimittel, an das man nicht glaubt.

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Veröffentlicht: 6. Juli 2017

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